Goslarsche Zeitung im November 2010

KonzertLiebenburg021110

Orgel lässt die Empore beben

Vocal- und Instrumentalensemble KlangArt begeistert in der St.-Trinitatis-Kirche

Von Susanne Fricke
LIEBENBURG. Gut besucht war die St.-Trinitatis-Kirche, in der „KlangArt Goslar“ mit musikalischer Kunst auf hohem Niveau die Gäste begeisterte. Ein rundherum sauberes Klangbild mit gelungen gesetzten Akzenten zeichnet das Vokal- und Instrumentalensemble aus, das sich überwiegend aus ehemaligen Schülern des Schulzentrums Goldene Aue zusammensetzt, die unter der Leitung „ihres“ Chorleiters Rolf Brandes nach dessen 30-jähriger aktiver Schulzeit weiter Musik machen wollen.
Schon bei der morgendlichen Generalprobe wurde der hohe musikalische Anspruch des Ensembles deutlich. Penibel bestand Brandes auf präzise Einsätze und eine gute harmonische Abstimmung zwischen dem Chor und allen Instrumentalisten im Orchester.
Den Auftakt bildete das „Gloria in D-Dur“ als wohl bekanntestes, geistliches Werk Antonio Vivaldis. Für eine klare Gliederung sorgte ein Soloquartett aus Trompete, Blockflöte, Oboe und Violine, das dem Tutti der Streicher in Jhann Sebastian Bachs Brandenburgischem Konzert entgegengestellt war. Mit vielschichtiger Harmonie beeindruckte der Chor a-capella mit dem melodischen „Open thou mine eyes“ von John Rutter und „Ize Cheruvimy“ von Dmitri Bortjanski. Die fünfte Stimme im „Quintett in D-Dur“ von Luigi Boccherini war neben dem Streichquartett mit einer Flöte besetzt.
In wechselnder Besetzung treffen sich die Musiker aus der gesamten Bundesrepublik im sechswöchigen Probenrhythmus. „Das ist immer ein ziemlicher organisatorischer Aufwand“, erklärte Organist und Pianist Matthias Wagener. Er bewies sich mit den Orgelimprovisationen „Halleluja, lobet Gott in seinem Heiligtum“ im Technostil und dem Gospeltrain-Shuffle als wahrer Meister der Orgel bis die Empore bebte.
Mit den zwei abschließenden Jazz-Stücken „Agua de Beber“ von Antonio Carlos Jobim und „Lullaby of Birdland“ von George Shearing arbeitete das Ensemble swingend dem Konzertende entgegen. Der begeisterte Applaus wurde erst durch eine Zugabe der Musiker beendet.
„Die Proben sind eine irrsinnige Arbeit, die jemanden erfordert, der den Taktstock und alle Musiker zusammenhält“, lobte Hausherr Pfarrer Dirk Glufke. Bei freiem Eintritt lediglich um eine Spende zur Unterstützung für die Musik gebeten.Susanne Fricke

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