Goslarschen Zeitung im November 2009

kritik_konzerte_1109Prägnant, präzise und plastisch

Chor- und Instrumentalensemble „KlangArt“ begeistert Publikum in Neuwerk

Carsten Jelinski
Es ist schon etwas Besonderes, wenn im vollen Berufsleben stehende junge Menschen sich alle sechs Wochen zum Musizieren in Liebenburg und Goslar treffen. Zumal, wenn sie in Köln, Bremen, Hannover oder Berlin leben. Und wenn sie dann noch als Ensemble „KlangArt“ zwei Konzerte in der Region geben, in dem sie ihre erarbeitete Musik unter Leitung ihres Ex-Musiklehrers Rolf Brandes derart qualitätsvoll darstellen, dann ist das einen kräftigen Applaus wert. Den gab es dann auch bei beiden Konzerten, besonders stark ließ sich das Klatschen in der voll besetzten Neuwerkkirche hören.
Kein Wunder. Brandes hatte ein abwechslungsreiches, gut aufeinander abgestimmtes Programm für seinen Chor und sein Orchester zusammengestellt, quer durch die Jahrhunderte und erfreulicherweise mit knappen, informativen Texten für Publikum versehen – Musik soll und muss verstanden werden, gerade in heutiger Zeit, wo sich die Klassiker ihr Publikum von Morgen schaffen müssen.
Das hohe Niveau, auf dem „KlangArt“ arbeitet, zeigte sich schon in der kurzen Messe D-Dur, in der Kirchenapsis gesungen. Prägnant das Orchester, stehts präzise, dazu ein Chor, dessen Texte bestens zu verstehen waren, der homogen und hochversiert agierte – da entstand im Raum wunderbare, plastische Musik. Aus der Vierung heraus gestalteten dann Solisten aus dem Orchester Telemanns „Quartett G-Dur“: voller Abwechslung, voller Spielfreude, voller musikalischer Fabbullierlust.
Samuel Barbers „Agnus Dei“ ist eine Herausforderung für jeden Chor – bei KlangArt gelang das Stück prächtig und machtvoll. Romantische Klangwelten wogten durch die Kirche, herrlich weit durchgehaltene Bögen im homogen agierenden, aufeinander hörenden Chor – Komplement.
Das „Quintett h-Moll“ vom Franzosen Loeillet, vom Orchester vorgestellt, geriet ebenso stilecht barock wie die Orgelimprovisationen von Matthias Wagener jazzig. Apropos Jazz: Chor und Band legten mit „On green Dolphin Street“ und „All the things you are“ die Jazz-Messlatte für weitere Konzerte enorm hoch an: Top-Musik in ebensolcher Gestaltung.

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