Goslarschen Zeitung im März 2010

LautenthalMaerz2010

Stehende Ovationen für „KlangArt“

Besucherrekord: Mehr als 70 Gäste lassen sich von Chor und Orchester in der Paul-Gerhard-Kirche begeistern.

Von Carsten Jelinski
Es war eines der am besten besuchten Konzerte in der Lauenthaler Paul-Gerhard-Kirche – mehr als 70 Besucher aus der Bergstadt, Goslar, Jerstedt, Immenrode oder Weddingen kamen zum Konzert des Goslarer Ensembles „KlangArt“ und ließen sich von Chor und Orchester zu stehenden Ovationen begeistern. Kein Wunder – bei so viel übersprühender musikalischer Freude und Lust am Spiel.
Schon zu Beginn machte KlangArt in Mozarts „Missa brevis D-Dur“ deutlich, auf welch hohem musikalischen Niveau hier gearbeitet wird: frisch, voller Elan und intensivem Ausdruck musizierten Chor und Orchester, hervorragend ergänzt von den Gesangssolisten Annika Hillebrand, Antonia Ehlers, Susanne Stein, Niklas Ehlers und Ingo Lorenz. Beste Textverständlichkeit gesellte sich zu einem präzise agierenden Orchester – die Musiker setzten die von Ensembleleiter Rolf Brandes vorgegebenen Intentionen bestens um.
Im weiteren Verlauf des Programms erklang auch Musik aus der Entstehungszeit von Kirche (1649) und Altar (1719). Solisten aus dem Orchester zeigten in Georg Philipp Telemanns „Quartett G-Dur“ ebenso wie im „Quintett h-Moll“ aus der Feder des Franzosen Jean Baptiste Loeillet, wie engagiert und munter sich diese Werke darstellen lassen. In Gemeinsamer Gestaltung, nie den Mitmusiker dominierend, ließen sich beide Werke bestens hören.
Andere Musikwelten bot der Chor gemeinsam mit Matthias Wagener an der Digital-Orgel in Samuel Barbers ungeheuer schwieriegen „Agnus Dei“: Flirrrende, flächige Klangbilder wechselten mit melodiebetonten Partien ab – der Chor legte sich richtig rein in diese wunderschöne Welt, schöpfte aus der eigenen Klangfülle. Allerdings war das Instrument in den leisen Partien ein wenig zu laut eingestellt – was dem positiven, viele Besucher ergreifenden Gesamteindruck kaum Abbruch tat.
Jazzig-groovige Improvisationen brachte Organist Wagener auf der Hillebrand-Orgel: Quirlig und mit Pfiff ließ er einen Calypso über „Kommt mit Gaben und Lobgesang“ sowie einen rollenden Ragtime über „Gib uns Frieden jeden Tag“ hören und zauberte damit ein Lächeln auf die Gesichter der Besucher.
Chor und Band leiteten dann mit zwei Jazz-Chor.STandards in bester, energievoller und sauberer Ausführung zum Schlussapplaus über. Der wollte garnicht enden, das stehende Publikum die Musiker nicht von der Altar-Bühne lassen – erst die Zugabe beendete ein Konzert, von dem in der Bergstadt noch lange erzählt werden wird.

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