Goslarschen Zeitung im November 2008

Beitrag Konzert 2008

Homogenes Ensemble auf hohem Niveau

Musikprojekt „KlangArt“ stellt sich in der St.-Kilian-Kirche mit Bach-Kantate und Musik der Romantik vor

Von Carsten Jelinski
Hahndorf. Seine Premiere feierte am Wochenende ein neues Musikprojekt: „KlangArt“. Darunter versteht sich ein kleines Orchester und ein Chor unter der Leitung von Rolf Brandes, beide gestalteten ein Kantatengottesdienst in der St.-Kilian-Kirche.
Voll wars in St. Kilian. Einerseits in den Kirchenbänken, andererseits im kleinen Chorraum der 875 Jahre alten Kirche. Dort hatten die Choristen kaum Platz, Pastor Thomas Exner gestaltete seinen Gottesdienstpart mit Lesungen und Predigt zum Kantatentext gleich von der Kanzel aus.
Zur Musik: Brandes, Leiter vom ehemaligen „Chor- und Kammerorchester Goldene Aue“, seit 30 Jahre in der Region musikalisch aktiv, war von seinen früheren Mitstreitern gebeten worden, weiterhin mit ihnen zu musizieren. So hatte er Romantik, Barock und Moderne auf das Programm des nun entstandenen Projektensembles mit Mitgliedern aus der gesamten Republik besetzt – einerseits als Ansporn für sein Ensemble, andererseits als Anspruch für die weitere Arbeit. Mendelssohn Bartholdys „Psalm 100“, mehrchörig besetzt, zeigte, über welch qualitativ hochwertigen Chor er da verfügt: Ein homogenes, sauberes Klangbild überzeugte ebenso wie eine weiche musikalische Umsetzung, gute Textverständlichkeit und Sicherheit. Ich gleicher Weise erklang später Strawinskis „Pater noster“.
Bachs Kantate „Was willst Du Dich betrüben“ gelang in den Chorpartien ebenso überzeugend, auch die Solisten aus eigenen Reihen zu nehmen, statt teure einzufliegen, war eine gute Idee. Dem Orchester ist eine Prise mehr Zutrauen zuzutrauen, etwas mehr „Ran an die Noten“ – denn im Ergebnis stimmt’s.
Das Konzert ist ein gut gelungener Anfang, nun darf man auf die weitere Entwicklung gespannt sein. Der nächste Konzerttermin steht bereits fest: Am 7. November 2009 ist „KlangArt“ wieder zu hören, diesmal in der Neuwerkkirche. Auf dem Programm stehen unter anderem zwei Motetten von Felix Mendelsohn Bartholdy.

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