Goslarsche Zeitung im Oktober 2014

2014-10-30-GZ_01

„KlangArt“ bietet musikalische Fest

Stehende Publikums-Ovationen in der Neuwerkkirche

Von Carsten Jelinski

Goslar. „KlangArt“, das Instrumental- und Vokalensemble unter Leitung von Rolf Brandes, hatte zum Jahreskonzert in der Neuwerkkirche geladen – die Kirche war knackevoll und die knapp 40 Musizi machten ihrem Namen wahrlich aller Ehre – ein musikalisches Erlebnis brach sich Bahn.
Das englische Wort „art“ im Ensemblenamen steht für Kunst, Kunstfertigkeit. Das Ensemble beherrschte die hohe Kunst, Musik im Raum entstehen zu lassen – durch das gesamte Programm hinweg.
Begonnen hatte das Orchester mit dem „Rigaudon“, dem vierten Satz aus Maurice Ravels „Le Tombeau de Couperin“. Elegant und im bestechend satten Orchesterklang gestalteten die 15 Instrumentalisten das Stück in feinen, dynamischen Abstufungen – schon hier zeigte sich das hohe Niveau im Konzert.
Anschließend dass erklang das „Laudate“ aus der Feder des norwegischen Komponisten Knut Nystedt: „Wow“ entfleuchte einem Besucher schon in den ersten Takten. Kein Wunder: Die Klangkultur des Chores hat sich wiederum sehr gesteigert. Hochpräzise kamen die Töne ohne Furcht vor trickreichen Harmonien, Schwebeklängen und Rhythmen, sehr sicher und in der Intonation absolut sauber – es entstand Musik im Raum, was nicht jedem (Profi-)Ensemble gelingt.
Eine Pause für Chor und Instrumentalisten bot der Liebenburger Kirchenmusiker Matthias Wagener mit seiner jazzig-pfiffigen Orgelbearbeitung über „Halleluja! Lobet Gott in seinem Heiligtum“ – sehr gelungen.
Neun Orchestermitglieder präsentierten dann Louis Spohrs „Nonett“, ebenfalls wieder in höchster, überaus sensibler musikalischer Ausdeutung und bestens aufeinander abgestimmt. Die Kommunikation klappte bestens, man reichte sich untereinander die Melodien jeweils weiter, gestaltete mit Augenmaß und Blickkontakt untereinander – Kompliment.
Dann John Rutters Magnificat für Mezzosopran, Chor und Kammerorchester: Welch ein überaus beeindruckendes Werk hat der britische Komponist da geschaffen. Und: Welch eine überaus eindrucksvolle Interpretation entstand das durch Rolf Brandes und KlangArt! Chor und Orchester agierten in höchster Aufmerksamkeit, die Blicke klebten förmlich an Brandes energiegeladenem Dirigat – wieder entstand Musik im Raum, Gänsehaut garantiert. Knackig und zupackend wo notwendig, sanft und harmoniesicher, wo gefordert, rhythmisch topp und aufeinander hörend – ein Hörgenuss. Gleiches gilt von Annika Hillebrand, die den Sopranpart mit ihrer warm-weichen Stimme hervorragend souverän und spannungsvoll gestaltete.
Fazit: Dieses musikalische Fest wird den Besuchern noch lange in Erinnerung bleiben – langer Applaus, stehende Ovationen.

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